Mitmachen Teil 1

Diese Seiten geben einen Einblick in den Pylonsport, insbesondere Q500 und stellen für interessierte einen Leitfaden für den ersten Wettbewerb dar. In erster Linie möchte ich hier auf den technischen und formalen Ablauf eingehen, da doch speziell dazu zu Beginn erstmal sehr viele Fragen aufkommen. 

Einen weiteren lesenswerten Bericht zu Q500, hat Andreas Lauterbach verfasst.
siehe www.rc-network.de (Direktlink)

Beginnen wir also ganz vorne.


Im Rahmen des DAEC gibt es folgende Pylonklassen:

F5D / F5D-Limited


F5D
ist die Klasse für Elektromotoren. Innerhalb F5D stellt F5D-Limited die Einstiegsklasse dar. F5D ist eine offizielle FAI Klasse. Es werden auch internationale Meisterschaften (Weltmeisterschaften) bestritten. Die Geschwindigkeiten in F5D sind mittlerweile durch die sich stetig weiterentwickelten Akkuleistungen sehr hoch. (jenseits der 270km/h für F5D).

Die Anforderungen an Material und Pilot sind in der F5D Klasse sehr hoch.

Mehr Info findet sich unter www.f5d.org




F3D


F3D ist die Königsklasse des Verbrennerpylon und die schnellste Pylonklasse überhaupt. Hier werden Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h bei Drehzahlen jenseits der 30000 U/min ereicht. Vorgeschriebener Hubraum ist 6,6ccm. Die Klasse wird dominiert von Hi-Tech Material. GFK / CFK so weit das Auge reicht. Eine Klasse für wahre Spezialisten. Auch die F3D Klasse ist eine offizielle FAI Klasse und so werden auch hier Internationale Wettbewerbe durchgeführt. (Weltmeisterschaften, Eurocup).

Mehr Info auch unter www.f3d-germany.de

 

F3D-Q500 (Quickee 500)

Die ursprüngliche Einstiegsklasse in den Verbrennerpylon. Auch eine offizielle DAEC Klasse. Aufgrund landestypischer Unterschiede werden aber bisher keine WM ausgetragen. 2007 wird es erstmals einen Eurocup geben.

Das Reglement ist einfach gehalten um die Kosten möglichst niedrig zu halten. So sind spannende Rennen bei hoher Leistungsdichte möglich. Max. Hubraum ist hier ebenfalls 6,6ccm. Die wichtigsten Unterschiede zu F3D: Es sind keine Resonanzrohre zulässig, und es ist ein Mindestdurchmesser für die Propeller von 8,75" vorgeschrieben, sowie andere, bewusst einfache Modellvorgaben.

Da die Q500 mittlerweile auch recht 'heftige' Geschwindigkeiten von ca. 250-260km/h erreichen, die auch in der Wende kaum nachlassen, wurde als weitere Einstiegsklasse die Klasse "Quickee Sport" ins Leben gerufen.




F3D-QS (Quickee 500 Sport)

In der 'Sportklasse' werden die gleichen Modelle wie in Q500 genutzt und ebenfalls 6,6ccm Motoren. Der wesentliche Unterschied ist aber der vorgeschriebene Drosselvergaser, sowie die 10" Durchmesser der Luftschraube. Ein Drehzahl- oder Geräuschlimit gibt es nicht. Dadurch ist das
Reglement  einfach und zugleich genial. Die von den Steuerzeiten für höhere Drehzahlen optimierten Motoren ala Nelson werden automatisch durch die 10" Propeller ungeeignet' und bleiben in der Q500 Klasse heimisch.

Ebenso wird das Geräusch mit den 10" Props automatisch gesenkt, eben mit der niedrigeren Drehzahl.

Otto Jakob hat eindrucksvoll gezeigt, das man mit so einem Setup auch um 100sec fliegen kann bei unter 84db(A) ! Die Möglichkeit am heimischen Platz zu trainieren sind damit für jeden Modellflieger und Pyloninteressierten ideal. Auch die 'freie' Auslegung in Sachen Schalldämpfer (Ausnahme Resonanzrohr) sorgt dafür, das es nicht zu Protesten, oder Streitereien aufgrund irgendwelcher Hintertürchen im Reglement kommen kann. Eben echter Breitensport für jeden Modellflugbegeisterten!

Ein späterer 'Aufstieg' zu Q500 ist problemlos möglich.

 

Um was geht es bei Quickee  Pylonrennen?

Kurzfassung: Es gilt einen Kurs aus 3 Punkten, markiert durch die sogenannten Pylons, 10x möglichst schnell zu umrunden. Die gestoppte Zeit entscheidet. Der Pylonabstand beträgt dabei pro Runde 400m. (1x40m,2x180m). Da man natürlich nicht 'winklig' und exakt um den Kurs fliegen kann, beträgt die zurückgelegte Strecke pro Durchgang ca. 4500-5000m.


Allein die erflogene Zeit entscheidet. Ein schnelles Modell ist somit bei weitem noch kein Garant für einen Podiumsplatz. Es gehört schon einiges an Erfahrung dazu, ein schnelles Modell in Bodennähe zielgenau um den Kurs zu zirkeln.

Es fliegen immer 3 Piloten pro Durchgang. Am Ende eines Rennwochenendes  werden alle Durchgänge abzüglich der Streichresultate addiert und derjenige mit der niedrigsten Gesamtzeit gewinnt.



"Aber Moment, woher kommt überhaupt der Name Q500 ?"

Die Bezeichnung kommt ursprünglich aus dem englischsprachigen Raum und deutet auf den minimalen Flächeninhalt von 500 square-inches hin. (umgerechnet 32,258 dm2). Das Q steht für Quickee. That's it ?

Nein - Q500 steht selbstreden auch für schnelle und spannende Duelle um den Kurs und vor allem aber für eine gebündelte Menge Spaß unter gleichsam Verrückten. ;) Sowohl vor, während und nach den Rennen!



Regeln

Die Regeln sichern einen fairen Wettbewerb und setzen sinnvolle Grenzen. Wichtig zur Beachtung der Regeln ist immer die jeweilige Rahmenauschreibung und das Regelwerk des aktuellen Jahres. NUR da ist alles schwarz auf weiss geregelt. Die Regeln der Quickee sind sehr "Krisenfest" und kapitale Änderungen gibt es nicht. Während  der Saison kommt es keinesfalls zu Änderungen. Das schafft Planungssicherheit. Nicht zuletzt aufgrund des besonders einfachen Reglement selbst ist dies so. So kann man heute noch das Modell von vor 10 Jahren einsetzen.

Also raus aus der Mottenkiste wenn noch irgendwo eins steht und hin zu einem Wettbewerb! ;)

Die Regeln der Quickee Klassen leiten sich weiterhin aus den F3D Regeln ab. Die Wettbewerbe werde auch zusammen ausgetragen, das zeigt die enge Verbundenheit. So gilt es die F3D Regeln in ein paar Punkten zu beachten, vornehmlich für den Rennablauf.

In der Ergänzung der Quickee Regeln wird in erster Linie auf das wichtigste, den Modellaufbau selbst eingegangen. Zu den Regeln geht es hier.

 

Was braucht es konkret um  mitzumachen ?

Nicht viel mehr als es zum Modellfliegen selbst braucht! Da wären

Helm
Versicherung
Modell + Ausrüstung

Fertig ! ready to race !


Zum Helm:

Üblicherweise werden Baustellenhelme, Baseballhelme, Bundeswehr Kevlarhelme o.Ä. Sicherheitshelme benutzt. Diese gibt es meist preisgünstig überall zu kaufen und in vielen Varianten. Für ein besonders abgefahrenes Helmdesign gibt es keine Punkte, trotzdem sieht man teils sehr aufwendige Kreationen.

Zur Versicherung:

Eine (Haftpflicht-) Versicherung braucht es die evtl. entstehende Schäden abdeckt. Natürlich nicht am eigenen Material ;). Aber jeder Modellflieger wird vermutlich eine entsprechende Versicherung vom DAEC, DMFV oder vergleichbares haben. Eine spezielle Versicherung extra für Pylonrennen braucht es in dem Sinne nicht.


Zum Modell + Ausrüstung:

Nun, jeder Teilnehmer hat dafür sorge zu tragen, das sein Modell dem Reglement entspricht und vor allem möglichst schnell ist ;). Ebenso wenig kann es schaden das passende Werkzeug u. Zubehör sowie Ersatzmaterial dabei zu haben, auch wenn die Pylonkollegen einem im Fall der Fälle gerne weiterhelfen! Es wird zwar um Positionen gekämpft, aber keiner, insbesondere Einsteiger nicht im Regen stehen gelassen.

An der eigentlichen Startstelle hat man eigentlich nur folgendes dabei: Starter, Glühung, Ersatzkerze, Kerzenschlüssel, sowie das wichtige Werkzeug um nochmal hier oder da eine Schraube anzuziehen oder zu lösen um die Nerven zu beruhigen. Mehr nicht. Für alles andere ist da keine Zeit mehr. Es macht also keinen Sinn eine 50kg Startbox am Wochenende ein paar mal hin und her zu tragen, es sei denn man hat auch daran Spaß - das am Rande;)



Anmeldung ?

Um bei den Rennen teilzunehmen muss man natürlich angemeldet sein.

Wichtig: Die Anmeldung erfolgt zu Beginn des Jahres um an der Deutschen Meisterschaft teilzunehmen. Mehr Info siehe auch jeweilige Jahresrahmenausschreibung. Diese erscheint in der Regel am 15. Januar.  

Möchte man nur Teilwettbewerbe (insgesamt 4 pro Jahr) mitfliegen, reicht eine rechtzeitige Anmeldung bis Mittwoch 18:00 Uhr vor dem jeweiligen Teillwettbewerb. Eine Anmeldung für den Teilwettbewerb ist auch noch am Samstag morgen des Wettbewerbs selbst möglich, kostet aber 10 EUR zusätzlich! die Voranmeldung hat den Sinn, das der Wettbewerb zeitig beginnen kann, ohne nochmals die Gruppeneinteilung (Frequenzen etc.) ändern zu müssen. Diese Anmeldung gilt für jeden Teilnehmer, auch diejenigen, die sich zur DM angemeldet haben!

Nochmals, hat man sich anfangs des Jahres nicht angemeldet, nimmt man zwar an der Tageswertung, nicht aber der Jahreswertung teil. Also unbedingt rechtzeitig anmelden, wenn ihr um die Meisterschaft mitfliegen wollt.

Die Punkte für die Meisterschaft werden durch Addition der 4 Teilwettbewerbe, unter Berücksichtigung eines Streichresultates, bestimmt.

Alle Infos dazu finden sich in der Rahmenausschreibung!


Material

Prinzipiell setzten erstmal die Regeln Form und Aufbau des Modells fest. Auf das Material werde ich sobald möglich in einem separaten Bericht detaillierter eingehen. Dies würde den Rahmen an dieser Stelle erstmal sprengen.  

Infos soweit:
Link: Q500 Motoren
Link: Q500 Modelle

Nur so viel an dieser Stelle: Wer den Q500 mit einem PAF Trainer verwechselt wird sich wundern, ist die Geschwindigkeit der schnellen Q500 doch ungemein höher. Kastenrumpf und schnell ? Ja, gemessene 250 km/h. Dies mag für nicht mit der Materie Vertraute zunächst befremdend erscheinen. Sinn und Zweck des Kastenrumpfes und auch der einfachen Flächengeometrie ist es den Bauaufwand niedrig zu halten. Wir erinnern uns daran, das Q500 ursprünglich als Einstiegsklasse gedacht war und der 'schnelle'  Spaß an erster Stelle steht! Mit 'schnell' darf hier also durchaus auch der Aufbau eines solchen Modells bezeichnet werden. Ein Quickee in allen Belangen eben.

So ist das überwiegende Baumaterial  Balsa und Sperrholz. GFK Rümpfe sieht man nur vereinzelt. Es ergeben sich eben nur sehr geringe Vorteile durch diese Bauweise, diese sind kaum messbar.

Es wird das ARF Modell Cobra, erhältliche CNC Bausätze aus Holz und komplette Eigenbauten geflogen.

Motoren werden derzeit viele verschiedene eingesetzt. Die Preisspanne ist relativ groß.

Als Propeller werden im Q500 fast nur APC Props der D1 Serie, das sind die drehzahlfesten 8,75" messenden Propeller, eingesetzt. Vereinzelt werden CFK props getestet, aber der ultimative Killerprop aus CFK der besser als die APC ist wurde aber noch nicht gefunden.

Der vorgeschrieben Sprit ist. eine 80/20 Mischung. 80% Methanol, 20% Rizinus. Dieser wird auch als ""FAI-fuel", FAI "Brause/Sprit" o. Ä. bezeichnet und vom Veranstalter bereitgestellt. So ist sichergestellt, das alle den gleichen Sprit verwenden. Es ist damit aber auch insbesondere bei F3D sichergestellt, das man Sprit mit dieser Mischung weltweit mit gleichen Eigenschaften erhält. Zudem ist dieser Rizinussprit nicht nur ultra trendy, oldschool und Öko zugleich, sondern beschert den Motoren auch durch die hervorragenden Schmier- und Kühleigenschaften ein langes Leben.

Mehr Informationen finden sich auch in der Bauanleitung der Viper von Gerald u. Martin Coors auf
www.mfc-eschweiler.de unter Bauberichte. 



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